Eine Diskussion über die langfristige Erhaltung einer freilebenden Wildtierart in einem hochindustrialisierten Land und einer hochmobilen Gesellschaft setzt fundierte Informationen über die gegenwärtigen Lebens- und Lebensraum-Bedingungen voraus.
Angesichts immer enger werdender Räume für die Natur schlechthin und vor allem für freilebende Wildtiere sind Massnahmen zum Schutz und langfristigen Sicherung von Wildtier-Lebensräumen dringend erforderlich.
Um diese Diskussion führen zu können, haben sich Personen, Institutionen, Verbände und Organisationen der Jagd, des Arten- und Naturschutzes, des Forstes und Nichtjäger in der ideell strukturierten „Arbeitsgemeinschaft Lebensraum Rotwild“ zusammengeschlossen und sich dieses umfangreiche Arbeits-Programm gegeben.
Drei Problemkreise kennzeichnen die gegenwärtige Situation des Rotwildes in Deutschland
► Die ausgewiesenen Rotwildgebiete unterliegen einem schleichenden permanenten Flächenverlust sowohl an ihren Aussenrändern als auch in ihrem Innern.
► Die Struktur der Rotwildbestände in den Populationen (Altersklassenaufbau; Geschlechterverhältnis; SOLL/IST-Relationen; etc.) entspricht teilweise nicht den Ansprüchen der Art. Weiterhin tragen Defizite in der Bejagungsplanung und –praxis dazu bei, dass sich die Bestände teilweise in nicht artgerechtem Zustand befinden.
► Die zweite Gefährdung im Lebensraum liegt in der zunehmenden Bedrohung der wichtigen Aussenverbindungen in benachbarte Vorkommen. Diese Fernwechselkorridore sind besonders bei Infrastruktur-Neubauten gefährdet, wenn keine wildökologischen Gegenmassnahmen im Raum getroffen werden.
Die A G E N D A R O T W I L D ist ein langfristig angelegtes komplexes Arbeits-Programm, das mehrschalig aufgebaut ist und dessen Segmente ineinandergreifen.
Von entscheidender Wichtigkeit ist die Umsetzbarkeit in die Rotwild-Politik und die Rotwild-Realität seiner gegenwärtigen Existenz.
Vor allem die politische Umsetzung erfolgt auf Ebene der Bundesländer – damit
kommt den Rotwild-Hegegemeinschaften vor Ort die entscheidende Funktion zu: sie sind die Instrumente einer nachhaltigen und artgerechten Bewirtschaftung der Bestände.
Die Agenda Rotwild kann zum Selbstkostenpreis von 5 € von der Geschäftstelle der Arbeitsgemeinschaft Lebensraum Rotwild (AGLR) bezogen werden. Bad Nauheim/Bonn, Februar 2005

Vordringliches Ziel der Agenda Rotwild ist die langfristige Sicherung der Rotwild- Lebensräume sowie lebensfähiger Populationen in ausreichend grossräumigen Habitaten.